Fließschemata (flow diagrams) stellen grafisch den Aufbau von verfahrenstechnischen Anlagen dar und liefern Informationen zur Funktion und dem Umfang derselben Anlagen. Fließschemata sind zentrale Dokumente in der Planung, dem Bau, der Inbetriebnahme und dem Betrieb von verfahrenstechnischen Anlagen.
Hauptfließschemata
In gängiger Praxis und nach der Norm DIN EN ISO 10628-1:2015-04 wird zwischen den folgenden drei Fließschemata unterschieden:
- Grundfließschema (block diagram (BD) oder block flow diagram (BFD)): Übersichtliche Darstellung eines Verfahrens durch Rechtecke (Verfahrensschritte, Grundoperationen, Anlagenteile), welche durch Flusslinien miteinander verbunden sind. Das Grundfließschema wird typischerweise auf einer Seite dargestellt.
- Verfahrensfließschema (process flow diagram (PFD)): Darstellung eines Verfahrens durch grafische Symbole (Hauptkomponenten und Apparate), welche durch Flusslinien (Rohrleitungen) miteinander verbunden sind. Das Verfahrensfließschema kann je nach Anlagenkomplexität eine bis mehrere Seiten umfassen.
- Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema R&I (piping and instrumentation diagram (P&ID)): Detaillierte Darstellung eines Verfahrens und aller Apparate (Anlagenteile, Rohrleitungen sowie Mess-, Steuer- und Regelungseinrichtungen) durch grafische Symbole, welche durch Flusslinien (Rohrleitungen) miteinander verbunden sind. Das Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema kann je nach Anlagenkomplexität eine bis mehrere hundert Seiten umfassen.
Der in den verschiedenen Schemata dargestellten Informationsgehalt, der Detailgrad und der Umfang nimmt mit vom Grundschema über das Verfahrensfließschema bis zum Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema zu. Die Fließschemata lassen sich verschiedenen Planungsphasen zuordnen, wobei hier der Arbeitsaufwand zur Erstellung der Schemata ebenso in gleicher Weise zunimmt. Das in der Ausführungsplanung erstellte R&I reflektiert die meisten verfahrenstechnischen Ergebnisse der Projektentwicklung.

Nebenfließschemata
Neben den gängigen Hauptfließschemata können für bestimmte Anlagen und Verfahren weitere Fleißschemata erstellt werden. Diese können unter anderem folgende sein:
- Energiefließschema: Grafische Darstellung der einer Anlage oder einem Verfahren zugeführter und abgeführter Energie anhand von Flusslinien und Rechtecken oder grafischen Symbolen.
- Materialflussschema (material flow diagram): Grafische Darstellung des Materialflusses innerhalb einer Anlage oder eines Prozesses. Es zeigt, wie Edukte, Zwischenprodukte und Endprodukte durch verschiedene Prozessschritte transportiert, verarbeitet oder gelagert werden.
- Hilfsstoffschema (utility flow diagram (UFD)): Grafische Darstellung der für eine Anlage oder ein Verfahren notwendige Hilfsstoffe (beispielsweise Dampf, Wasser, Instrumentenluft oder Stickstoff) sowie deren Verteilung in der Anlage.
- Konzessionsfließschema, Genehmigungsfließschema: Grafische Darstellung einer Anlage sowie aller relevanten Emissionsquellen einer verfahrenstechnischen Anlage. Der Informationsgehalt ist auf die Genehmigung abgestimmt und bewegt sich vom Detailgrad zwischen PFD und R&I.
Normenverzeichnis
| Nummer | Bezeichnung |
| DIN EN ISO 10628-1:2015-04 | Schemata für die chemische und petrochemische Industrie – Teil 1: Spezifikation der Schemata (ISO 10628-1:2014) |
| DIN EN ISO 10628-2:2013-04 | Schemata für die chemische und petrochemische Industrie – Teil 2: Graphische Symbole |
